Keynote: The Scream on Screen. Überlegungen zu einer Mem-Archäologie

Keynote Wolfgang Ulrich (Leipzig/Karlsruhe): The Scream on Screen. Überlegungen zu einer Mem-Archäologie

Was machten eigentlich die vielen Menschen, die heute Mem-Varianten entwerfen und online verbreiten, in früheren Zeiten? Diese Frage stellt sich gerade bei Memen aus der Kunst, also bei Bildern, die schon lange vor den Social Media existiert haben und als besonders stark und eindrucksvoll empfunden wurden. Wie also ging man mit Michelangelos “Erschaffung Adams”, Munchs “Schrei” oder Hoppers “Nighthawks” um, als man Bilder noch nicht so einfach variieren, parodieren, rekontextualisieren konnte? Gab es Aneignungsformen, die denen der digitalen Kultur ähneln? Oder ist das Phänomen der Meme etwas grundsätzlich Neues?

Wolfgang Ullrich (*1967) studierte Philosophie, Kunstgeschichte, Logik/Wissenschaftstheorie und Germanistik in München und erlangte 1991 seinen Magister mit einer Arbeit über Richard Rorty. 1994 folgte seine Dissertation über das Spätwerk Martin Heideggers. Danach arbeitete Wolfgang Ullrich freiberuflich als Autor, Dozent und Berater. Von 1997 bis 2003 war er als Assistent am Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Akademie der Bildenden Künste München tätig. Im Anschluss war er Gastprofessor an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg und an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Von 2006 bis 2015 hatte Wolfgang Ullrich die Professur für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe inne. Seither betätigt er sich freiberuflich als Autor, Kulturwissenschaftler und Berater. Wolfgang Ullrich lebt in Leipzig und München, und betreibt das Blog Ideenfreiheit