Einige Dimensionen von ‘Spreadability’ oder warum wir überall RUN DMC sehen

Lorenz Grünewald (Berlin): Einige Dimensionen von ‘Spreadability’ oder warum wir überall RUN DMC sehen

In den vergangenen Monaten wurden mehr als 100 unterschiedliche – wohlgemerkt mutmaßliche – Variationen und Imitationen des bekannten Albumcovers und Logos des Hiphop-Trios Run DMC gesammelt. Darunter fallen Sticker, Logos, Jute- und Turnbeutel, politische Botschaften usw. Anhand dieses Beispiels will der Beitrag verschiedene theoretische Dimensionen heranziehen, die zur Klärung der Frage beitragen können, warum sich Artefakte wie das Run DMC Logo verbreiten bzw. warum sie ‘spreadable’ (Jenkins) sind. Der Beitrag plädiert dabei für einen transdisziplinären Zugang, der davon ausgeht, dass verschiedene Praktiken und Prozesse dazu beitragen, dass sich eine zusammenhängende Formation ergibt, die hier als ein “Run DMC Mem” bezeichnet werden könnte. Dabei wird davon ausgegangen, dass sich die verschiedenen Praktiken und Prozesse nicht anhand lediglich eines theoretischen Bezugsrahmens erfassen lassen, sondern, dass diese aus jeweils unterschiedlichen disziplinären Perspektiven wie der Designlehre, den Cultural Studies, der Soziologie sowie der Ikonographie erläutert werden können und müssen. Die Spreadability oder Memetik des Phänomens kann dann als eine Artikulation (Hall) dieser Praktiken und Prozesse betrachtet und erklärt werden.

Lorenz Grünewald, M.A., (* 1987) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HMKW Berlin und Promotionsstudent am IJK Hannover. Als ausgebildeter Gitarrist mit langjähriger Erfahrung als Musiker und Musikmanager interessiert er sich für Management und Wertschöpfung in der Musikwirtschaft und Musikkultur. In seinem Promotionsprojekt erforscht er den Wandel von Marken- und Musik-Kultur durch digitale Medien. Er ist Geschäftsführer der Gesellschaft für Musikwirtschaft und Musikkultur (GMM) und twittert unter @lorenzguitar.​

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